Für das Grundeinkommen auf den Brocken (NNZ-Online)

Mit einer ausgefallenen Werbeaktion hat Heiko Windisch aus Niedersachswerfen auf das Bedingungslose Grundeinkommen aufmerksam gemacht…

NNZ-Online von Susanne Schedwill

Heiko Windisch auf dem Weg zum Brocken (Foto: privat)

Seit Herbst vergangenen Jahres ist Heiko Windisch Mitglied im Bündnis Grundeinkommen (BGE), einer Ein-Themen-Partei. Deren Ziel: Das Grundeinkommen in den Bundestag bringen.

„Kein Mensch weiß, dass wir zur Bundestagswahl am 24. September auch wählbar sind“, erläutert der 48-jährige Bäcker. Das will der Sachswerfer ändern und ist am Samstag mit seinem Fahrrad zum Brocken aufgebrochen. Auf dem Rücken ein großes Wahlplakat, das auf die Zweitstimme für das BGE verweist.

Nach dreieinhalb Stunden erreichte der Wahlkämpfer den 1142 Meter hohen Gipfel. „95 Prozent aller Reaktionen waren positiv“, berichtet Windisch von seiner Tour und von Autofahrern, die zustimmend hupten oder den Daumen nach oben zeigten. Er habe sich in den vergangenen Monaten viele Gedanken über das Grundeinkommen gemacht.

„Ich arbeite in einer Großbäckerei. Viele meiner Kolleginnen stehen im Dreischicht-System am Band, arbeiten Vollzeit und werden trotzdem irgendwann eine so kleine Rente bekommen, von der sie nicht leben können. Auch privat vorsorgen ist kaum möglich“, sagt Windisch. Das Grundeinkommen könne vielen Menschen Druck nehmen, ist Windisch überzeugt. Sich auf die faule Haut legen, würden sich seiner Meinung nach trotz Grundeinkommens die wenigsten Menschen.

Ein bestimmtes Modell haben die BGE-ler nicht in der Tasche. „Uns geht es darum, dass die Idee im Bundestag ernsthaft aufgegriffen wird“, sagt Windisch. Denn wie genau das Grundeinkommen aussehen könnte, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten und Finanzierungsvorstellungen. Auch über eine mögliche Höhe gibt es verschiedene Auffassungen: „Wir halten 1050 Euro für eine ausreichende Grundversorgung“, sagt Windisch.

Um darauf aufmerksam zu machen, plant der Bäcker bereits eine weitere Aktion: Er will an der Wittenberger Schlosskirche seine zehn Thesen anschlagen.
Susanne Schedwill